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  • Wissenswertes über den Gerüstbau


    Die optimale Wahl des Gerüstes hängt vom jeweiligen Einsatzzweck ab. Die folgende Übersicht soll unseren Web-Besuchern die Möglichkeit geben sich für den jeweiligen Verwendungszweck mit der passenden „Gerüstvokabel“ auszustatten.

    Die gebräuchliche Einteilung der Gerüste wirkt zunächst etwas verwirrend, da die Klassifizierung nicht nach einer Kategorie, sondern nach verschiedenen Kategorien vorgenommen wird. So kann z.B. ein Systemgerüst ein Flächen- (Fassaden-)gerüst sein, das als Arbeitsgerüst eingesetzt wird. Gerüste werden also nach Verwendungszweck (z.B. Arbeitsgerüst), nach Art der Gerüstausbildung (z.B. Flächengerüst) und nach Ihrer Bauart (z.B. Systemgerüst) unterschieden.


    Ausbildungsart der Gerüste

    Fassaden- oder Flächengerüste: mit bevorzugtem Einsatz als Arbeits- und Schutzgerüste an Gebäudenaußenflächen

    Raumgerüste: Hauptsächlich Einsatz als Innengerüste oder im Randbereich als Fassadenberüst


    Verwendungszweck der Gerüste

    Arbeitsgerüste (DIN 4420)

    Schutzgerüste (DIN 4420)

    Traggerüste (DIN 4421)

    Fahrgerüste (DIN 4422)


    Bauart der Gerüste

    • Flächen- und Fassadengerüste

    Alle Gerüste mit längen- oder flächenorientierten Gerüstlagen, deren Ständer unmittelbar auf einem tragfähigem Untergrund stehen.


    • Hängegerüste

    Gerüst mit längen- oder flächenorientierten Gerüstlagen. Die Belagflächen liegen entweder direkt oder über Zwischenunterstützung auf den aufgehängten Riegeln.


    • Fahrbare Gerüste

    Fahrgerüste sind Geräte, die freistehend genutzt werden und sich von Hand verschieben lassen. Im Sinne der Landesbauordnung gelten sie nicht als Gerüste sondern als Geräte. Sie müssen sich bei maximaler Aufbauhöhe von Hand auf einem festen Untergrund verschieben lassen und freistehend benutzbar sein. Einschlägige Vorgaben gibt hierzu die DIN 4422. Für fahrbare Hubarbeitsbühnen gilt DIN 15120.


    • Arbeits- und Schutzgerüste

    Arbeitsgerüste können als Flächen- oder Raumgerüst aufgebaut werden und sind in 6 Gerüstgruppen unterteilt. Die Gerüstgruppen geben die Belastbarkeit an. Arbeitsgerüste sind außerdem in verschiedene Bauarten unterteilt. Diese sind z.B. Systemgerüste, Leitergerüste oder Rohr-Kupplungsgerüste.

    Die Gerüstgruppen geben die Belastungsgrenzen bezüglich der Nutzlast, der Einzellast und der Teilflächenlast an, z.B. Gruppe III bedeutet max. 300 kN/m2  Nutzlast.

    Eine zu verrichtende Arbeit (Malen, Putzen usw.) erzeugt bestimmte Lasten. Deshalb müssen für bestimmte Arbeiten Gerüste verwendet werden, die einer bestimmten Gerüstgruppe angehören, z.B. Maurer- und Werksteinarbeiten bei denen schwere Palleten mit Steinen im Gerüst benutzt werden müssen ein Gerüst der Gruppe VI verwenden.

    Gerüstgruppe 1 für Inspektionszwecke und Arbeiten mit leichtem Werkzeug und ohne Lagerung von Material
    Gerüstgruppe 2 z.B. für Malerarbeiten, Fassadenreinigung usw.
    Gerüstgruppe 3 Arbeiten, bei denen die Baumaterialien sofort verwendet werden. z.B. Verputzarbeiten
    Gerüstgruppe 4 für Arbeiten mit schwerem Werkzeug und Materialien, z.B. Maurerarbeiten
    Gerüstgruppe 5 für Arbeiten mit besonders schweren Materialien
    Gerüstgruppe 6 für Arbeiten, bei denen große Mengen (Paletten) von Material im Gerüst gelagert werden

    Schutzgerüste dienen vor allem dem Schutz von Personen vor herabfallenden Gegenständen oder dem eigenen Absturz. Sie sind in Schutzdächer, Fanggerüste und Dachfanggerüste unterteilt.

    Schutzdächer sollen vor herabfallenden Gegenständen schützen und haben deshalb keine Personenabsturzsicherung.
    Fanggerüste sollen den Absturz einer Person verhindern. Sie werden bei Maurer-, Zimmerer-, Schal-, Bewehrungs-, Rüst- und Dacharbeiten eingesetzt.
    Dachfanggerüste werden als oberste Lage eines Fassadengerüstes eingesetzt um Arbeiten auf dem Dach abzusichern.

    - Auslegergerüste

    - Arbeitsgerüste

    - Deckengerüste

    Hier sind sehr hohe Lasten zu bewältigen, weshalb besondere Anforderungen an die Bauteile gestellt werden, die nicht mit dem Fassadengerüstbau zu vergleichen sind.


    • Dachdeckerschutzgerüste

    Die oberste Etage eines Fassadengerüstes ist in der Regel als Dachfanggerüst ausgebildet. Es dient zur Absicherung bei Arbeiten auf und an Dächern, Gauben, Mansarden etc. Der Einsatz erfolgt in erster Linie bei Dächern mit mehr als 20° Neigung.


    • Systemgerüste sind Gerüste aus vorgefertigten Bauteilen, in denen einige oder alle Systemmaße durch fest an den Bauteilen angebrachte Verbindungen vorbestimmt sind. Sie werden in Rahmen- und Modulgerüste unterteilt.

    Systemgerüste müssen vom Institut für Bautechnik statisch geprüft sein. Zusammen mit der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung gilt der Nachweis der Tragfähigkeit aber nur für alle Regelausführungen gemäß DIN 4420. Andernfalls muß ein statischer Einzelnachweis erbracht werden.